Rastatt

Sibylle | Baden Baden

„Dieses Gewächs gleicht dem Menschen. Es hat eine Haut, das ist die Rinde. Sein Haupt und sein Haar sind die Wurzeln. Es hat eine Figur und seine Zeichen, seine Sinne und seine Empfindlichkeit im Stamme“ 

Paracelsus 1493-1541

Mein Name ist Sibylle Wienk-Borgert und ich gehöre ganz neu zu den Anbauerinnen der Kräutermanufaktur. Ich wohne in Baden-Baden, direkt am Rand des Schwarzwaldes. Von meinem Schreibtisch genieße ich den Blick auf unseren kleinen Waldgarten mit einer riesigen alten Buche und dahinter in den angrenzenden Mischwald.

Über meinen Beruf als Schulsozialarbeiterin bin ich nach vielen Jahren anderer Lebensschwerpunkte wieder in die Natur hineingewachsen. Der Wald als ungeheuer reicher Lebensraum für Tier und Pflanze wirkt auf uns Menschen wenn wir uns dort aufhalten, ob wir es wollen oder nicht. Das habe ich in vielen Walderlebnistagen, die ich mit Kindern im Wald durchgeführt habe immer wieder begeistert festgestellt. Über die Wissensvermittlung zu den Waldtieren wuchs das Interesse für die wirklich großen Bewohner des Waldes, die Bäume. Ich liebe den würzigen Geruch des Nadelteppichs unter Kieferbäumen im Sommer, den zitronigen Duft von frischen Douglasienspitzen, wenn ich sie zerreibe, das Licht im Frühling durch die noch strahlend hellgrünen Buchenkronen, die vielen unterschiedlichen Grüntöne eines moosbewachsenen wilden Bachlaufes. Die Zusammenhänge zwischen Boden, Topographie, Sonnenlicht und die Bedingungen der Baumnachbarschaft für jeden einzelnen Baum faszinieren mich.

Eine praxisnahe Weiterbildung zur Waldpädagogin weckte die Freude durch den Wald zu wandern, von Bäumen Blätter oder Nadeln abzustreifen und zuhause gleich zu einem Tee zu verarbeiten. Herrlich!

Durch Fachliteratur, Expertenwissen und über Seminare lernte ich auch die Heil- und Wirkkraft von Blüten, Blätter und Früchte der Baumarten kennen. Seit Jahren gehören meine Jahresteemischungen aus unseren jeweiligen Urlaubsgebieten zu obligatorischen Weihnachtsgeschenken für die Familie.

Ein inspirierender Nachmittag in der Kräutermanufaktur, die angenehme Atmosphäre zwischen den engagierten Frauen und der wunderbare Duft aus den Kräutersäcken waren der entscheidende Impuls einen Tee aus unserem heimischen Schwarzwald zu kreieren. Die Idee kam gut bei den Frauen der Kräutermanufaktur an und nun pflücke ich in Absprache mit dem Staatsförster Grünes und Buntes aus dem Laub- und Nadelwald direkt hinter unserer Gartentür. Ich freue mich sehr auf den ersten „Waldtee“ der Kräutermanufaktur.

Mit waldigen Grüßen Sibylle Wienk-Borgert

Anna | Rastatt

Monarde

Zwischen Rhein und der Vorbergzone des Schwarzwaldes, dort, wo der badische Wein wächst und die Bühler Frühzwetschgen ihren Ursprung haben, da ist meine Heimat. Schon als Kind haben mich die Kräuter fasziniert. Jedes Jahr freute ich mich auf Maria Himmelfahrt, den „Wihennetag“, wie er bis heute hier in Moos genannt wird, denn dann durften wir Kinder die Kräuter sammeln gehen, die traditionell in die „Wihenne“ gehörten: „Spinnhudle, wisse un gäle Gätterle, Odermännle, Gläserbürschtle, Blutströpfle“ und wie sie alle hießen.

Eines Tages lieh mir eine Nachbarin ein Kräuterbuch und ich begann, mir die botanischen Namen zu merken und die Wirkungen der einzelnen Kräuter nachzulesen. Ich war begeistert und die Leidenschaft für das Wachsen und Werden der Kräuter hat mich ein Leben lang begleitet.

Immer wieder nahm ich an Kräuterwanderungen teil und besuchte einschlägige Vorträge. Schließlich erfuhr ich von der Heilpflanzenschule in Freiburg, wo ich 2002 eine Ausbildung zur Heilpflanzenfachfrau machte.

Weitere Kurse und Fortbildungen folgten und bis heute gebe ich mein Wissen gerne an Interessierte weiter, beispielsweise eben zum „Wihennetag“, der sich in Moos als Brauch bis zum heutigen Tage erhalten hat.

Landwirtschaft, ein großer Selbstversorgergarten mit vielen Blumen, Obst und Gemüse sowie Kräutern waren seit meiner Hochzeit neben Haushalt und Familie mein Lebens- und Arbeitsbereich. Im Einklang mit der Natur zu arbeiten und chemiefreie, gesunde Lebensmittel zu erzeugen war uns immer wichtig. Deshalb haben wir unseren gesamten Nebenerwerbsbetrieb viele Jahre in kontrolliert biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise geführt, den unser Sohn heute in biologisch-organischer Weise fortsetzt.

Immer wieder hole ich mir Pflanzen in meinen Garten, die mich interessieren: Zitronenmelisse, Verbenen, verschiedene Basilikumarten, Monarden, Agastachen, Minzen und natürlich viele Blüten wie Ringelblumen, Malven und Kornblumen.

Vor einigen Jahren begann ich aus ihnen eigene Tees zusammenzustellen. Durch das Netzwerk Bauerngarten-Wildkräuterland erfuhr ich von der Idee regional Tee anzubauen. Ich war von Anfang an mit Begeisterung dabei. Viele unterschiedliche Frauen haben sich inzwischen zusammengefunden, die ein gemeinsames Ziel vereint: den biologischen Tee-Kräuteranbau und seine Vermarktung. Nach einigen Weiterbildungskursen in diesen Bereichen gründeten wir schließlich die Kräutermanufaktur.

Mein ganz persönliches Bestreben liegt darin, beste Ganzblattware und Blüten in Harmonie mit der Natur zu erzeugen. In einer Qualität, die man sehen, spüren und vor allem schmecken kann.

Anna Ibach

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